Rund 190 Millionen Sack à 60 Kilo – so gross ist die Welternte. Die Verteilung auf Regionen und Arten hält zwei Überraschungen bereit, die den meisten Kaffeetrinkenden neu sind.
Für das Erntejahr 2026/27 prognostiziert das USDA eine Weltproduktion von rund 189,7 Millionen Sack à 60 kg – gut 11 Millionen Tonnen. Nach Regionen:
Nach Art aufgeschlüsselt entfallen 82,6 Mio. Sack auf Robusta (44 %), 65,1 auf gewaschenen Arabica (34 %) und 42,0 auf ungewaschenen Arabica (22 %). Arabica und Robusta stehen also bei etwa 56 zu 44. Die oft zitierte Faustregel «70 Prozent Arabica, 30 Prozent Robusta» stammt aus einer anderen Zeit – Vietnams Aufstieg und die wachsende Nachfrage nach löslichem Kaffee haben sie überholt.
Vietnam ist mit 32,5 Mio. Sack die Nummer zwei der Welt, nicht Kolumbien. Zahlreiche Handelsprofile und Lehrbücher schreiben noch «Brasilien und Kolumbien» – das ist seit Jahren überholt.
Mit 38 Prozent der Welternte bewegt Brasilien allein den Weltmarkt. Dazu kommt der biennale Zyklus der Arabica-Pflanze: auf ein ertragsstarkes Jahr folgt ein schwächeres. Wenn in Minas Gerais Frost oder Dürre droht, steigt der Preis für Kaffee aus Äthiopien mit. Das ist keine Spekulantenlaune, sondern Arithmetik.