Kaffee wuchs ursprünglich im Schatten grösserer Bäume. Ein grosser Teil des heutigen Anbaus findet in voller Sonne statt. Dahinter steht eine echte Abwägung, keine einfache Geschichte von gut und böse.
Arabica stammt aus den Bergwäldern Äthiopiens, wo er als Unterholzpflanze wächst. Schatten ist für ihn der Normalzustand, nicht die Ausnahme.
Weil es mehr Ertrag bringt. In voller Sonne, dicht gepflanzt und gedüngt, trägt ein Feld deutlich mehr – und für Betriebe, die von jedem Sack leben, ist das kein Luxusargument. Der Preis dafür: höherer Dünger- und Wasserbedarf, ausgelaugte Böden und Pflanzen, die früher erschöpft sind.
Mit steigenden Temperaturen kippt die Rechnung an vielen Orten. Schatten wird dort vom Verzicht auf Ertrag zur Versicherung gegen Hitze und Trockenheit. In mehreren Anbauländern werden Schattenbäume heute wieder gezielt gepflanzt.
Auf der Packung steht es selten. Wer es wissen will, fragt die Rösterei – Häuser mit direktem Kontakt zu ihren Produzenten können es meist beantworten. Ein Bird-Friendly-Siegel ist der verlässlichste Hinweis, aber selten.