Fast alles, was wir trinken, ist Arabica oder Robusta. Es gibt jedoch eine dritte Art, die einmal eine grosse Rolle spielte und heute nur noch in Nischen vorkommt.
Coffea liberica stammt aus Westafrika. Die Pflanze wird deutlich grösser als Arabica – eher Baum als Strauch –, die Kirschen und Bohnen sind auffallend gross und ungleichmässig geformt.
Excelsa wurde lange als eigene Art geführt und gilt botanisch heute als Varietät von Liberica. Im Handel werden die Namen trotzdem oft getrennt verwendet.
Ende des 19. Jahrhunderts zerstörte der Kaffeerost grosse Teile des asiatischen Arabica-Anbaus. Liberica galt als widerstandsfähiger und wurde vielerorts als Ersatz gepflanzt – unter anderem auf den Philippinen. Durchgesetzt hat sie sich nicht: Ertrag und Verarbeitung sind aufwendiger, und der Geschmack entsprach nicht dem, was der Weltmarkt gewohnt war.
Eigenwillig. Häufig beschrieben werden holzige, rauchige und zugleich blumig-fruchtige Noten, manchmal mit einem Anklang an Jackfrucht. Es ist ein Geschmack, der polarisiert – und der mit dem vertrauten Kaffeebild wenig zu tun hat.
Liberica verträgt Hitze und tiefere Lagen besser als Arabica. In einer Zeit, in der Anbauflächen für Arabica unter Druck geraten, ist das ein Argument. Mehrere Forschungsstellen und Röstereien sehen sie als Teil einer breiteren genetischen Absicherung des Kaffeeanbaus.
Heute vor allem auf den Philippinen, in Malaysia und in kleineren Mengen in Westafrika. In Europa taucht sie gelegentlich als Einzelposten in Spezialitätenröstereien auf. Wenn du ihr begegnest: probieren. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, Kaffee zu trinken, der nicht nach Kaffee schmeckt.