Säure und Aroma schmeckt man. Körper dagegen fühlt man: Es ist kein Geschmack, sondern eine Empfindung im Mund. Deshalb ist der Begriff so schwer zu fassen und so nützlich, wenn man ihn einmal hat.
Der einfachste Vergleich kommt aus dem Kühlschrank: Magermilch, Vollmilch, Rahm. Alle drei schmecken nach Milch, aber sie fühlen sich völlig unterschiedlich an. Genau diese Achse meint Körper beim Kaffee – wie dicht, wie schwer, wie füllend er im Mund liegt.
Papier hält Öle und Feinpartikel zurück, Metall lässt sie durch. Derselbe Kaffee ergibt deshalb im Papierfilter eine klare, leichte Tasse und in der French Press eine schwere, runde. Weder ist besser – es ist dieselbe Bohne in zwei Aggregatzuständen.
Die beiden werden ständig verwechselt. Stärke ist, wie konzentriert ein Kaffee ist. Körper ist, wie er sich anfühlt. Ein sehr konzentrierter Filterkaffee kann kräftig schmecken und sich trotzdem leicht anfühlen. Und ein Espresso aus einer hellen Röstung kann dünn wirken, obwohl er stark ist.
Brüh denselben Kaffee einmal im Papierfilter und einmal in der French Press und trink beide nebeneinander. Es ist der schnellste Weg, das Wort zu verstehen – und danach steht es nie wieder sinnlos auf einer Packung.