timbra
CafésDer PassWikiLogbuch
Zentralschweiz
Verfügbar
Zentralschweiz
Edition 01
In Vorbereitung
Zürich
bald
Bern
bald
Basel
bald
DE
·
EN
Pass kaufen
Markt & Wirtschaft
4

Klimawandel und Kaffee

Kaffee ist eine heikle Pflanze: Sie will es warm, aber nicht heiss, feucht, aber nicht nass, und sie reagiert empfindlich auf Temperaturschwankungen. Genau das macht sie zu einer der verwundbarsten Kulturen überhaupt.

Projizierte Veränderung bis 2050 · Grüter et al. 2022
BESTGEEIGNETE FLÄCHE (S1)über −50 % in allen Szenarien
MÄSSIG GEEIGNETE FLÄCHE (S2)−31 bis −41 %

Die Studie

Die bisher umfassendste Projektion stammt von einem Team der ZHAW: Grüter, Trachsel, Laube und Jaisli (2022), veröffentlicht in PLOS ONE (17(1): e0261976). Untersucht wurden Kaffee, Cashew und Avocado unter drei Emissionsszenarien (RCP 2.6, 4.5 und 8.5), gerechnet mit 14 globalen Klimamodellen auf das Jahr 2050.

Das Ergebnis

  • Die bestgeeignete Anbaufläche sinkt in allen drei Szenarien um mehr als 50 Prozent.
  • Die mässig geeignete Fläche schrumpft um 31 Prozent (RCP 2.6) bis 41 Prozent (RCP 8.5).
  • In den vier grössten Produktionsländern – Brasilien, Vietnam, Indonesien und Kolumbien – geht die bestgeeignete Fläche um 48 bis 97 Prozent zurück.
  • Von den drei untersuchten Kulturen ist Kaffee die verwundbarste: «negative climate impacts dominating in all main producing regions».

Haupttreiber ist nicht Trockenheit, sondern die steigende Jahresmitteltemperatur. Arabica braucht ein schmales Temperaturfenster; wird es zu warm, reift die Kirsche zu schnell und die Bohne bleibt flach im Geschmack.

Wer gewinnen könnte

Einzelne Randlagen – Süd-Brasilien, Uruguay, Argentinien, Teile Ostafrikas, Südafrika, China, Neuseeland. Dort steigen die Minimaltemperaturen so, dass Anbau möglich wird. Das ist allerdings kein Ausgleich: Infrastruktur, Wissen und Wertschöpfungsketten lassen sich nicht in zwanzig Jahren verschieben, und neue Flächen bedeuten oft neue Landnutzungskonflikte.

Was die Branche versucht

Drei Wege werden parallel verfolgt: höher hinauf ziehen, wo Topografie und Besitzverhältnisse es zulassen; robustere Sorten züchten, oft mit Robusta-Anteil oder aus den wenig genutzten Arten wie Coffea liberica; und Agroforst – Schattenbäume, die Temperaturspitzen dämpfen und den Boden halten. Keiner dieser Wege ist für sich ausreichend, und alle drei kosten Geld, das meist beim kleinsten Glied der Kette fehlt.

Bis 2050 schrumpft die am besten geeignete Kaffee-Anbaufläche in allen untersuchten Klimaszenarien um über 50 Prozent. Haupttreiber ist die steigende Jahresmitteltemperatur.
← Zurück zum Wiki
timbra WikiMMXXVII
Start / Wiki
timbra
The Café Discovery Pass.
Produkt
Pass kaufenGeschenkSo funktioniert's
Entdecken
CafésKarteWiki
Partner
Für CafésFür Hotels & TourismusBewerbungKontakt
© 2026 timbra
AGB · Datenschutz · Impressum