Von einer Bohne landet nur ein kleiner Teil im Getränk, der Rest bleibt als Satz zurück. Entsprechend gross sind die Mengen, die täglich anfallen – und entsprechend viele Ideen gibt es, was damit geschehen soll.
Kaffeesatz enthält Stickstoff und organisches Material und eignet sich gut für den Kompost. Direkt und dick auf die Erde gestreut funktioniert er dagegen schlecht: Er verdichtet, verfilzt und kann die Wasseraufnahme behindern. Dünn verteilt und untergemischt ist er nützlich, als Schicht eher nicht.
Der verbreitete Hinweis, Kaffeesatz säure den Boden: Gebrauchter Satz ist weitgehend neutral. Die Säuren sind grösstenteils im Getränk gelandet.
Kaffeesatz ist bereits pasteurisiert – das heisse Wasser hat die Arbeit gemacht – und nährstoffreich. Das macht ihn zu einem brauchbaren Substrat für Speisepilze, vor allem Austernseitlinge. Mehrere Betriebe in Europa haben daraus ein Geschäftsmodell gemacht und holen den Satz bei Cafés ab.
Im Satz steckt noch Öl. Daraus lassen sich Brennstoffe und Pellets herstellen, und mehrere Unternehmen tun das im industriellen Massstab. Wirtschaftlich wird das vor allem dort, wo grosse Mengen an einem Ort anfallen – bei Röstereien, Kantinen und Ketten, nicht in der Privatküche.
Wer grössere Mengen hat, findet in vielen Regionen Abnehmer: Pilzzüchter, Gärtnereien, Kompostieranlagen. Das kostet eine Absprache und spart Entsorgung – ein kleiner, aber sichtbarer Beitrag.