Peru hat kein nationales Kaffeeinstitut – kein Gegenstück zur kolumbianischen FNC oder zur guatemaltekischen Anacafé. Was organisiert wird, organisieren Genossenschaften. Und die Einschätzung des peruanischen Geschmacks hat sich in den letzten Jahren gedreht.
Etwa 1'000 bis 2'000 m; das USDA nennt 75 Prozent des Anbaus auf 1'000 bis 1'800 m. Und wie in Guatemala und Honduras gilt: «SHB» ist eine Exportklasse, keine Farmhöhe.
Peru ist ein Washed-Land; keine der geprüften Quellen nennt eine andere traditionelle Methode. Experimentelle Aufbereitungen gibt es, aber als Ausnahme.
Traditionell Typica und Bourbon, dazu Caturra, Pache, Catuai und Mundo Novo. Nach dem Rostbefall ab 2012/13, von dem rund 40 Prozent der Kulturen betroffen waren, wurde verstärkt Catimor gepflanzt. Dass Catimor sensorisch schwächer sei, ist eine verbreitete Einordnung im Handel – ein Messwert ist es nicht.
Der Schwerpunkt liegt zwischen April und Juli; rund 85 Prozent der Menge fallen in dieses Fenster. Damit erntet Peru antizyklisch zu Mittelamerika – ein Grund, warum peruanische Lots im europäischen Sommer frisch verfügbar sind.
Die ältere Handelsliteratur beschreibt Peru als mild, unauffällig, als Blendkaffee – Cafe Imports spricht von einem «mild cup profile». Die neuere regionale Specialty-Literatur liest sich anders: Cajamarca mit Jasmin, Honig, Karamell und Zitrus, Amazonas vollmundig und süss. Das ist kein Widerspruch in den Fakten, sondern eine Neubewertung – und genau als solche interessant.
Zertifiziert sind rund 85'000 Hektar (MIDAGRI, Juli 2025) beziehungsweise etwa 90'000 (USDA), bei einer Gesamtfläche von 427'000 Hektar. Der Satz «Peru ist weltweit führend bei Bio-Kaffee» ist eine Regierungsaussage, keine unabhängige Statistik. Einen belastbaren Prozentsatz nennt keine Quelle. Das USDA weist zudem darauf hin, dass viel peruanischer Kaffee faktisch biologisch angebaut, aber nicht zertifiziert ist – Zertifizierung kostet Geld, das kleine Betriebe nicht haben.
Rund ein Fünftel bis ein Drittel der Produzenten ist in Genossenschaften organisiert, die durchschnittliche Betriebsgrösse liegt bei etwa drei Hektar. Die Produzentenzahlen widersprechen sich um den Faktor zwei – Cafe Imports nennt 110'000 bis 150'000, das Landwirtschaftsministerium MIDAGRI über 220'000 Familien. Für die Struktur ist das zweitrangig: Peru ist der klarste Gegensatz zu Kolumbien und Guatemala, wo zentrale Institute die Richtung vorgeben.