Handfilter sehen aus wie dasselbe in verschiedenen Farben. Tatsächlich unterscheiden sie sich in genau den Dingen, die den Geschmack bestimmen: wie schnell das Wasser abläuft und wie lange es den Kaffee berührt.
Der V60 von Hario ist ein Kegel mit 60 Grad Öffnungswinkel, spiralförmigen Rippen an der Innenwand und einem grossen Loch unten. Das Loch bedeutet: Der Filter bremst kaum. Wie schnell das Wasser durchläuft, bestimmst du über Mahlgrad und Giesstempo – also fast alles selbst. Das macht ihn flexibel und gleichzeitig unverzeihlich.
Die Chemex entwarf der Chemiker Peter Schlumbohm 1941. Entscheidend ist nicht die Form, sondern das deutlich dickere Papier. Es hält mehr Öle und Feinpartikel zurück. Das Ergebnis ist auffallend klar und sauber im Geschmack – manche vermissen dafür Körper.
Der flachbödige Filter mit kleinen Löchern geht auf Melitta Bentz zurück, die 1908 ein Patent auf ihren Papierfilter erhielt. Der flache Boden hält das Wasser länger im Bett. Das verzeiht viel und schmeckt runder – es ist der Filter, der zu Hause am wenigsten schiefgeht.
Ungebleichtes Papier riecht und schmeckt deutlicher nach Papier. Heisses Ausspülen vor dem Brühen behebt das – und wärmt gleich die Kanne vor.