Wenn Kaffee über Wochen schleichend schlechter wird, suchen die meisten die Schuld bei der Bohne. Fast immer liegt sie woanders – an zwei Ablagerungen, die man nicht sieht.
Hartes Wasser hinterlässt Kalk im Boiler und in den Leitungen. Die Folge ist nicht nur ein Defekt irgendwann, sondern vorher schon ein Geschmacksproblem: Kalkschichten isolieren. Die Maschine hält ihre Temperatur schlechter, und Temperatur ist eine der drei Grössen, die den Geschmack bestimmen.
Wie oft entkalkt werden muss, hängt an der Wasserhärte. In Gegenden mit hartem Wasser – weite Teile der Schweiz gehören dazu – deutlich öfter als die Anleitung vermuten lässt. Ein Wasserfilter verschiebt das Problem spürbar nach hinten.
Kaffee enthält Öle, und Öle werden ranzig. Sie setzen sich in der Brühgruppe, im Sieb und in der Kanne ab. Was dort über Wochen liegt, gibt bei jedem Bezug etwas an das frische Getränk ab – und das schmeckt muffig und alt.
Bei Siebträgern mit Dreiwegeventil hilft das Rückspülen mit einem Blindsieb und Reinigungspulver. Bei Vollautomaten sind es die Reinigungstabletten, die man gerne wegklickt. Bei Handfiltern und Pressen reicht konsequent heisses Spülen – aber eben jedes Mal.
Auch im Mahlwerk bleibt altes Pulver liegen und wird ranzig. Einmal im Monat ausbürsten verändert mehr, als die meisten erwarten.
Brüh eine Tasse mit heissem Wasser allein – ohne Kaffee. Schmeckt oder riecht das Wasser nach irgendetwas, kommt dieses Irgendetwas in jede Tasse mit hinein.