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Was in der Kaffeekirsche steckt

Was wir Bohne nennen, ist ein Samen – und er steckt tiefer in der Frucht, als die meisten denken. Zwischen Fruchthaut und Samen liegen mehrere Schichten, von denen jede in der Aufbereitung eine Rolle spielt.

Die Schichten von aussen nach innen

  • Fruchthaut (Exokarp) – grün, dann gelb, dann rot oder je nach Varietät orange bis violett. Die Farbe ist das wichtigste Reifezeichen beim Pflücken.
  • Fruchtfleisch (Mesokarp) – süss, dünn, essbar. Daraus wird Cascara.
  • Schleimschicht (Mucilage) – eine zuckerreiche, klebrige Schicht direkt auf dem Samen. Sie ist die eigentliche Stellschraube der Aufbereitung: Wird sie weggewaschen, entsteht gewaschener Kaffee; bleibt sie teilweise haften, Honey; bleibt alles dran und trocknet mit, Natural.
  • Pergamenthaut (Endokarp) – eine papierartige Hülle, die den Samen schützt. Sie wird erst kurz vor dem Export entfernt («Schälen»).
  • Silberhäutchen (Perisperm) – ein hauchdünner Rest, der beim Rösten als Spelze abplatzt. In der Furche der Bohne bleibt oft ein Streifen sitzen.
  • Samen (Endosperm) – was wir rösten.

Zwei Samen, flache Seiten

In der Regel sitzen zwei Samen in einer Kirsche, mit den flachen Seiten aneinander – daher die charakteristische Furche. Entwickelt sich nur einer, wird er rund: das ist der Peaberry.

Was das für die Tasse heisst

Praktisch alles, was ausserhalb des Samens liegt, wird entfernt – und beeinflusst doch den Geschmack. Zucker und Säuren aus Fruchtfleisch und Schleimschicht wandern während Fermentation und Trocknung teilweise in den Samen oder verändern dessen chemische Zusammensetzung. Deshalb schmeckt derselbe Kaffee natural anders als gewaschen, obwohl die Bohne dieselbe ist.

Und der Rest?

Fruchtfleisch, Schalen und Pergamenthaut fallen in grossen Mengen an. Traditionell werden sie kompostiert oder als Brennmaterial genutzt; in den letzten Jahren entstehen daraus Getränke (Cascara), Mehle und Verpackungsmaterialien. Entsorgt wird dabei weniger aus Verschwendung als aus Logistik: Die Masse fällt dort an, wo sie niemand gebrauchen kann.

Von aussen nach innen: Haut, Fruchtfleisch, Schleimschicht, Pergamenthaut, Silberhäutchen, Samen. Fast alles davon wird entfernt – und fast alles davon beeinflusst den Geschmack.
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