Mahlgrad, Temperatur, Zeit – über all das wird viel gesprochen. Dabei entscheidet eine einfachere Grösse am meisten darüber, ob eine Tasse gelingt: das Verhältnis von Kaffee zu Wasser.
Das Brew Ratio ist das Verhältnis von trockenem Kaffee zu Wasser. Für Filterkaffee nennt die Specialty Coffee Association als Richtwert rund 55 g pro Liter, verbreitet sind 55 bis 65 g/l. In der Praxis rechnet man einfacher in Verhältnissen: 1:16 bis 1:18, also 1 g Kaffee auf 16 bis 18 g Wasser.
Konkret für eine Tasse von 250 ml: rund 15 g Kaffee. Für eine Kanne von 750 ml: rund 45 g.
Weil Löffel lügen. Ein gehäufter Esslöffel kann je nach Mahlgrad und Röstgrad zwischen 5 und 12 g wiegen. Eine Küchenwaage mit Grammgenauigkeit ist das günstigste Upgrade der ganzen Kaffeezubereitung – günstiger als jede Mühle und wirksamer als die meisten Maschinen.
Beim Espresso bezieht sich das Verhältnis nicht auf Wasser, sondern auf das fertige Getränk. Üblich ist:
Auch hier gilt: Gewicht, nicht Volumen. Crema täuscht beim Ablesen am Glas erheblich.
Wer eine Tasse verbessern will, ändert eine Grösse auf einmal:
Zu wenig Kaffee und dafür länger gebrüht. Das Ergebnis ist nicht stärker, sondern überextrahiert: Man zieht aus wenig Kaffee zu viel heraus, inklusive der bitteren Anteile. Wer kräftigeren Kaffee will, nimmt mehr Kaffee – nicht mehr Zeit.