Wer in der Schweiz Kaffee trinkt, trinkt mit hoher Wahrscheinlichkeit Südamerika. Fast die Hälfte des importierten Rohkaffees stammt von dort – und zwei Länder dominieren die Liste deutlich.
2025 importierte die Schweiz 202'082 t Rohkaffee (Procafé, Daten der Réserve Suisse). Nach Herkunft:
Zwei Länder, Brasilien und Kolumbien, stellen zusammen rund 46 Prozent der Schweizer Importe. Das erklärt, warum der vertraute Geschmack vieler Schweizer Kaffees nussig, schokoladig und ausgewogen ist: Es ist der Geschmack dieser beiden Herkünfte.
Was die Statistik nicht sagt: wie viel davon im Land getrunken und wie viel geröstet und wieder ausgeführt wird. Der Grossteil der Importe geht in die Weiterverarbeitung für den Export. Die Herkunftsverteilung des Kaffees in Schweizer Tassen kann deshalb anders aussehen als die Importliste.
Spezialitätenröstereien kaufen oft bewusst jenseits der grossen Ströme ein – einzelne Lots aus Äthiopien, Kenia, Guatemala oder Peru, die mengenmässig kaum ins Gewicht fallen. Genau deshalb schmeckt der Kaffee im guten Café anders als der aus dem Grossverteiler: Er stammt aus den neun Prozent, nicht aus den neunundvierzig.