Auf vielen Säcken aus Mittelamerika stehen drei Buchstaben, die aussehen wie eine Qualitätsnote. Sie sind etwas anderes – eine Angabe darüber, wie hoch gewachsen ist, was drin ist.
Die genauen Höhengrenzen legt jedes Land selbst fest, sie liegen typischerweise oberhalb von rund 1200 bis 1400 Metern. Es gibt keinen internationalen Standard dafür – ein SHG aus Honduras und ein SHB aus Guatemala meinen nicht exakt dasselbe.
Höher heisst kühler. Kühler heisst, dass die Kaffeekirsche langsamer reift. In dieser längeren Zeit lagert die Pflanze mehr Zucker und Säuren in der Bohne ein, und die Bohne wird dichter – daher «hard bean».
Die Folge in der Tasse ist meist eine lebendigere Säure und ein klareres Aroma. Zugleich sind dichte Bohnen beim Rösten anspruchsvoller: Sie brauchen mehr Energie und verzeihen weniger.
Höhe ist ein Faktor unter mehreren. Eine schlecht gepflückte, unsauber aufbereitete Bohne aus 1800 Metern ist schlechter als eine sorgfältig verarbeitete aus 1100. SHB und SHG sind Lagenangaben, keine Bewertungen.
In Äthiopien und Kenia tauchen diese Kürzel nicht auf – dort wird nach Bohnengrösse und Region klassifiziert. Wer sie dort sucht, sucht vergeblich; das heisst nicht, dass der Kaffee tiefer wächst.