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Herkunft
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Honduras – Mittelamerikas grösster Produzent

Seit 2011 produziert Honduras mehr Kaffee als jedes andere Land Mittelamerikas. Der Ruf hinkt der Menge nach – teils zu Unrecht. Denn der Schwachpunkt der Kette liegt nicht im Anbau, sondern in der Trocknung.

Höhe

Der Anbau liegt etwa zwischen 1'000 und 1'700 m; nahezu alle Farmen liegen über 1'000 m, und 61 Prozent zwischen rund 1'190 und 1'585 m (USDA FAS, Länderbericht 2023). Die Klassen SHG (ab 1'200 m) und HG (900 bis 1'200 m) sind dabei Exportklassen – sie sagen nicht, auf welcher Höhe eine konkrete Farm liegt.

Der Schwachpunkt: die Trocknung

Honduras ist ein Washed-Land. Interessant – und unangenehm konkret – ist, wo die Qualität kippt: bei der Trocknung. Viele Produzenten gehen zu vollmechanischer Trocknung über, was zu instabiler Restfeuchte führen kann; verzögerte Trocknung erzeugt Noten von Melasse, Tabak und Kräutern. Wer einen honduranischen Kaffee «muffig» findet, schmeckt meist diesen Schritt, nicht die Herkunft.

Varietäten

Bourbon, Caturra, Catuaí, Typica, Pacas – 1974 von IHCAFE aus El Salvador eingeführt – sowie die Hybride IHCAFE 90, Lempira und Parainema. Lempira und IHCAFE 90 sind rostresistente Kreuzungen mit Robusta-Anteil. Dass Resistenz kein Dauerzustand ist, zeigte sich 2017: Lempira erwies sich gegenüber einer neuen Rostrasse als anfällig.

Ernte: November bis April

In hohen Lagen reicht sie bis in den Mai oder Juni. Die Quellen spannen von Oktober–Februar bis November–Juni; die Mitte ist belastbar, die Ränder nicht.

Wie es schmeckt

Als Einordnung: Schokolade, Nuss, Karamell, milde bis ausbalancierte Säure, kräftiger Körper; in Spitzenlots Zitrus und Steinobst. Der Händler Sucafina formuliert nüchtern: «very solid, clean blenders at very attractive prices». Honduras ist in erster Linie ein verlässliches Volumen-Origin – und das ist keine Abwertung, sondern eine Funktion.

Sechs Regionen – als Marke erfunden

Copán, Opalaca, Montecillos, Comayagua, El Paraíso und Agalta werden gern wie gewachsene Terroirs behandelt. Sie wurden von IHCAFE als Branding-System geschaffen; Sucafina sagt das ausdrücklich. Man sollte sie also nicht als sechs klar unterscheidbare Geschmacksprofile lesen.

IHCAFE wurde 1970 gegründet und 2000 privatisiert; seit 2012 betreibt es ein Früherkennungssystem für Kaffeerost. Registriert sind rund 120'000 Produzenten, davon etwa 114'000 kleine. Zwei Einschnitte prägen die jüngere Geschichte: Hurrikan Mitch, der 1998 bis zu 70 Prozent der Landwirtschaft zerstörte, und die Rostepidemie 2010 bis 2012. Dass die Produktion seither «sich verdoppelt» habe, liest man oft – die USDA-Reihe ab 2015/16 schwankt jedoch stark zwischen 4,8 und 7,56 Millionen Sack und zeigt keinen glatten Anstieg.

Honduras ist Mittelamerikas Mengenriese und ein verlässlicher Blendkaffee – Schokolade, Nuss, Karamell. Die sechs «Regionen» sind ein Branding-System von IHCAFE, keine gewachsenen Geschmacksräume.
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