Die French Press gilt als anspruchslos: Pulver rein, Wasser drauf, warten, drücken. Genau deshalb wird sie oft lieblos gemacht. Dabei liegt ihr Reiz in etwas, das kein Papierfilter kann.
Das Metallsieb hält nur grobe Teilchen zurück. Öle und feinste Partikel bleiben im Getränk – und genau sie tragen Körper und Textur. Eine French Press schmeckt deshalb schwerer und runder als ein Papierfilter, dafür weniger klar.
Der Kaffee bleibt nach dem Pressen in der Kanne stehen. Er zieht weiter – und was nach acht Minuten noch herausgelöst wird, schmeckt niemandem. Umgiessen in eine Kanne oder direkt in die Tassen löst das Problem vollständig.
Ein brauchbarer Ausgangspunkt sind 60 Gramm auf einen Liter Wasser. Von dort aus nach oben oder unten anpassen – das ist Geschmackssache und keine Regel.
Das Sieb besteht aus mehreren Scheiben, die sich auseinanderschrauben lassen. Zwischen ihnen sammelt sich altes Kaffeeöl, das ranzig wird. Wer seine Press seit Monaten nur ausspült, schmeckt das – und schiebt es auf die Bohne.