«Third Wave Coffee» steht inzwischen auf Schildern, Packungen und Speisekarten. Der Ausdruck ist jünger, als man denkt – und er beschreibt weniger einen Stil als eine Haltung zur Herkunft.
Woher der Begriff stammt
Geprägt hat ihn die Rösterin Trish Rothgeb in einem Text für den Newsletter The Flamekeeper der Roasters Guild – im Jahr 2002. Sie beschrieb damit eine Bewegung, die sie in Norwegen beobachtet hatte und die sich von dem unterschied, was sie aus den USA kannte.
Die drei Wellen
- Erste Welle: Kaffee wird ein Massenprodukt. Verfügbarkeit und Preis zählen, nicht Herkunft. Vorgemahlen, in der Dose, überall.
- Zweite Welle: Kaffee wird ein Erlebnis. Espressogetränke, Ketten, Milchgetränke mit Namen. Herkunft taucht auf, bleibt aber Dekoration.
- Dritte Welle: Kaffee wird wie Wein behandelt. Einzelne Farmen, Varietäten, Aufbereitungsmethoden und Erntejahre stehen auf der Packung. Die Röstung wird heller, damit die Herkunft überhaupt schmeckbar bleibt.
Was sie praktisch verändert hat
Drei Dinge sind geblieben, unabhängig davon, ob man den Begriff mag:
- Rückverfolgbarkeit. Es ist heute normal, zu wissen, aus welcher Region und oft von welcher Farm eine Bohne kommt.
- Das Röstdatum auf der Packung statt eines Mindesthaltbarkeitsdatums.
- Helleres Rösten – und damit Kaffees, die nach Frucht und Blüten schmecken können statt nur nach Röstaromen.
Und die Kritik
Der Begriff hat zwei Schwächen, die man kennen sollte. Er ist westlich erzählt – in Ländern mit jahrhundertealter eigener Kaffeekultur ergibt die Welleneinteilung wenig Sinn. Und er wird heute als Etikett benutzt, auch dort, wo sich nichts dahinter verbirgt. Wie gut ein Kaffee ist, entscheidet nicht das Wort auf der Tüte.
Den Begriff prägte Trish Rothgeb 2002. Die dritte Welle behandelt Kaffee wie Wein: Herkunft, Varietät, Aufbereitung, Röstdatum – und hellere Röstungen, damit all das schmeckbar bleibt. Als Etikett sagt er für sich genommen nichts.