Cupping ist das Verfahren, mit dem die Branche Kaffee vergleicht. Es sieht seltsam aus, ist aber der einzige Weg, zwei Kaffees so zu testen, dass nicht die Zubereitung das Ergebnis bestimmt.
Jede Zubereitung bringt ihre eigenen Fehlerquellen mit: Mahlgrad, Giesstempo, Maschine. Cupping schaltet das aus, indem es für alle Proben dasselbe denkbar einfachste Verfahren verwendet – Pulver in die Schale, heisses Wasser darauf, warten. Was danach unterschiedlich schmeckt, liegt am Kaffee.
Bewertet wird auf einer Skala bis 100, in Kategorien wie Duft, Geschmack, Nachklang, Säure, Körper, Balance und Sauberkeit. Die bekannte Grenze: ab 80 Punkten gilt ein Kaffee als Specialty. Darunter läuft er als Commercial Grade.
Diese Zahl wird oft wie ein Gütesiegel verwendet. Sie ist aber eine Momentaufnahme einer Jury – abhängig von Röstung, Charge und Tagesform. Zwei Kaffees mit 85 Punkten können völlig verschieden schmecken.
Du brauchst keine Schalen, um davon etwas mitzunehmen. Zwei Kaffees nebeneinander, gleich zubereitet, in Ruhe verglichen – das ist bereits das Prinzip. Der Unterschied wird dabei auffallend viel deutlicher als beim Trinken an verschiedenen Tagen.